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Dieser Blog beschäftigt sich mit Beobachtungen und Gedanken zu menschlichem Verhalten - sei es, wie wir mit eigenen oder anderen Fehlern umgehen, wie wir uns in Gesellschaft verhalten oder was für eine Partnerschaft wichtig sein kann. Gern gebe ich Tipps, wie man sich und anderen das Leben leichter machen kann.

Mein Garten ist ein Garten ... und noch vieles mehr

Anfang Juni, strahlender Sonnenschein, durchs geöffnete Fenster höre ich vielstimmiges, Ohrbetörendes Vogelsingen. Und ich kann in meinen Garten schauen. In dem ich natürlich schon frühmorgens war – und, wenn es die Zeit erlaubt, noch mehrmals gehen werde.

Auch als ich jahrzehntelang keinen Garten hatte, liebte ich Gärten, Grün, Blumen und natürlich überhaupt die Natur. Jetzt genieße ich die Wohlgerüche, wenn ich nur schon die Terrassentür öffne – wenn mich mein Heuschnupfen nicht daran hindert. Auf der Terrasse ist meine größte Freude zurzeit die „Sympathie“ – eine verschwenderisch blühende rote, rote Kletterrose! Immer wieder schaue ich die Blüten an, stecke meine Nase in die samtigen Blütenblätter und versuche so viel Duft wie möglich in mich einzusaugen. Im Garten selber blühen auch schon die ersten Rosen, Akeleien verblühen bereits, ein kleiner, krüppeliger Rhododendron bemüht sich tapfer um Prachtentfaltung … und heute hat doch tatsächlich die ersten Mohnblüte ihre feinen Blütenblätter entfaltet! Ansonsten: verschwenderisches Grün in allen Farben und Formen. Die Schnecken nerven, zerkauen manche meiner Blütenhoffnungen und manchmal vertiefe ich mich so in die Gartenarbeit, dass mein Schreibtisch vom vielen Rufen schon ganz heiser geworden ist.

Was sagt uns das?                                                                                                                        

Im Garten kann man zur Ruhe kommen – ein wunderbares Anti-Stress-Programm. In seinen Garten kann man sich vertiefen und alles andere vergessen – und man kann es damit auch übertreiben. Man kann auch zum Sklaven seines Gartens werden. Ich kenne Menschen, die nicht in den – eigentlich ersehnten – Urlaub fahren, weil sie die Gartenpflege keinem anderen zutrauen. Oder auch: Bleibe ich abends in meinem Garten, so schön er auch ist, oder besuche ich eine Freundin, die mich schon lange darum gebeten hat? Also geht es auch hier darum, in Balance zu bleiben und sich zu fragen: Was sind meine Prioritäten, was ist mir wirklich wichtig? Und lebe ich danach?  

Ein Garten – und überhaupt die Natur – kann heilen und erden. Es tut gut, Erde und „Grünzeug“ anzufassen, mit bloßen Füßen auf dem Rasen herumzulaufen. Ein Garten ist auch eine Einladung zur Sinnlichkeit – mit allen Sinnen zu spüren und zu genießen. Was sehe ich, was rieche ich, was fühle ich, was schmecke ich?

Und natürlich ist der Garten auch ein Sinnbild fürs Leben – Dinge entstehen und Dinge vergehen. Manchmal durch mein Zutun, meistens aber ohne. Wenn ich mit leichter Ungeduld das Aufgehen einer besonders schönen Blüte erwarte, kommt mir unweigerlich das Sprichwort in den Sinn: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht!“

Ich wünsche ihnen, dass Sie dort ziehen, wo es nötig ist, und ansonsten alles genießen können, was Ihnen in den Schoß fällt – einschließlich Sommer, Sonne und Blüten!

Herzlichst,

Ihre

Gabriele Berding

 

(Fotos: Copyright Gabriele Berding)