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Dieser Blog beschäftigt sich mit Beobachtungen und Gedanken zu menschlichem Verhalten - sei es, wie wir mit eigenen oder anderen Fehlern umgehen, wie wir uns in Gesellschaft verhalten oder was für eine Partnerschaft wichtig sein kann. Gern gebe ich Tipps, wie man sich und anderen das Leben leichter machen kann.

Krisen und Ängste überwinden

„Andere Leute mögen uns sagen, sie wüssten, was das Beste für uns ist. Und vielleicht wissen sie es manchmal. Doch … wir brauchen unsere eigene Stärke, um uns aufrechtzuerhalten. Wenn wir in Situationen geraten, in denen wir nicht wissen, was zu tun ist, sollten wir gar nichts tun, so lange, bis wir Zeit gehabt haben stillzustehen – und zu sehen.“

Diese Worte von Joyce Sequichie Hifler aus dem Buch  „Weise Frauen der Cherokee“, Tagesmeditationen zum 28. Juli, passen auch gut zu unserem Thema. Krisen sind ja meist mit Ängsten verknüpft, und in dieser Kombination möchte ich sie mir mit Ihnen zusammen anschauen.

Es gibt Menschen, die erstarren in Krisen, werden völlig handlungsunfähig. Meistens aber möchten wir sie so schnell wie möglich hinter uns lassen, reagieren panisch und verfallen in wilde Aktivität. Das ist nur zu verständlich. Auch wenn jeder sie schon erlebt hat und immer mal wieder erlebt – schön sind sie nicht! Es gibt Krisen und Ängste, auf die man auch im Nachhinein nur mit Grausen zurückblickt. Aber es gibt auch solche, die uns in unserer Entwicklung vorangebracht haben. Sie haben unsDinge bewusst gemacht, die in unserem Leben nicht stimmen, und die wir ändern müssen – wenn wir nicht ernsthaft krank werden wollen. Sei es eine Partnerschaft, die uns schon lange nicht mehr gut tut, eingeschliffene Reaktionsweisen, die uns einengen und im Kontakt mit anderen Menschen behindern, oder eine berufliche Situation, die uns dauerhaft stresst und nicht das leben lässt, was in uns steckt.

Jeder hat da so seine eigene Art mit Krisen fertig zu werden, manchmal sind sie auch „von selbst“ plötzlich überstanden. Natürlich gibt es auch Psychologen, Therapeuten aller Art und Krisenbewältigungsprogramme, die uns Unterstützung anbieten.

Wie das?, fragen wir uns, Krisen und Ängste sind doch etwas ganz Persönliches und wollen auf individuelle Weise angeschaut und bearbeitet werden. Das stimmt, und trotzdem gibt es Anregungen, die wir für uns nutzen können. Dazu möchte ich ein paar Gedanken und Vorschläge in den Raum stellen:

● Die Krise als Lernprozess nutzen, wann immer das möglich ist. Wodurch ist die Krise entstanden und was will sie mir sagen? – Wenn ich dem nachgehe, eine Antwort für mich finde, entwickle ich Vertrauen in meine eigene Intuition und meine eigenen Kräfte! Und dieses Vertrauen lässt sich auch nach der Krise weiter lebendig halten und stärken.

● In Krisen und Ängsten das Augenmerk auf Positives richten, auf meine Ressourcen! Welche Talente und Fähigkeiten unterstützen mich – auch wenn meine jetzige Situation so schwierig ist? Möglicherweise wurde die Krise ja auch dadurch ausgelöst, dass ich meine Begabungen, meine Fähigkeiten nicht genügend einbringe. Und ist der Beginn von mehr gelebtem Leben und mehr Selbstwertschätzung.

● Auch bei Krisen und großer Niedergeschlagenheit immer wieder versuchen, an Leichtigkeit und Freude „anzudocken“! Dafür gibt es verschiedene Methoden, aber wir spüren es manchmal auch einfach so: Das Schöne, das Gute, das Göttliche ist immer da, scheint manchmal durch, häufig in ganz kleinen Dingen. Das können wir auch merken, wenn wir möglichst bewusst all unsere Sinne einsetzen, nicht nur Augen und Ohren: Was schmecke ich, was ertaste ich, was rieche ich? Und uns bewusst Dinge herholen, an die Nase halten, anfassen, die uns gut tun, Kraft verleihen oder einfach nur trösten.

Mehr (Selbst-)Wahrnehmung, Selbstliebe und persönliche Weiterentwicklung – auch Krisen können uns  auf diesen wichtigen Weg führen: unsanft, ungewollt, aber letztlich hilfreich.

(Dieser Text von mir wurde als Leitartikel in "Ansichtssache - bewusst erleben" veröffentlicht.)